Hausarztpraxis Dr. med. Katharina Lendholt.de

Corona-Impfung

Drei, vier oder doch besser fünf Impfungen? Wie mache ich es denn nun richtig?

  1. Personen, die seit Juli 2022 eine Coronainfektion durchgemacht haben, brauchen zunächst keine weitere Impfung, da Sie mutmaßlich bereits Kontakt hatten zur allerneuesten Omikronvariante.
  2. Allen anderen immungesunden Personen <70 Jahre werden 4 Impfungen empfohlen, wobei durchgemachte Coronainfektionen (egal wieviele) zählen wie eine Impfung. Hat jemand mehrfach eine COVID-Infektion gehabt, wird dadurch trotzdem nur eine Impfung ersetzt. Die 4. Impfung sollte in dieser Personengruppe mit einem variantenadaptierten Impfstoff erfolgen. Gerade, wenn innerhalb der letzten 6 Monate eine COVID-Infektion durchgemacht wurde, empfehle ich dabei auf den allerneuesten Omikron-Impfstoff zu warten. Die Zulassung soll in einigen Wochen erfolgen (Oktober?). Eine sichere Aussage dazu ist aber nicht möglich.
  3. Schnellstmöglich eine vierte Impfung wird für Personen über 70 und mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Diese sollen audrücklich die aktuell bereits verfügbaren Impfstoffe erhalten und nicht länger warten, wenn die letzte Impfung länger als 3 Monate zurückliegt. Für Personen in dieser Gruppe, welche bereits ohne größere Probleme eine Infektion überstanden haben, empfehle ich eine individuelle Beratung in der Praxis. Lesen Sie hierzu auch die folgende ausführliche Patienteninformation.

Impfaufklärung

Bitte laden Sie vor der erstmaligen Verabreichung von mRNA-Impfstoffen (momentan bei uns nur Biontech) über diesen Link sowohl das Aufklärungsmerkblatt als auch den Anamnese- und Einwilligungsbogen herunter. Sie finden hier auch Dokumente in leichter Sprache und in verschiedenen Fremdsprachen. Lesen Sie beides genau durch und füllen Sie beide Dokumente nach bestem Wissen aus. Bringen Sie zum Impftermin beide Dokumente mit.

Bitte beachten Sie Folgendes: Der neu zugelassene COVID-Impfstoff besitzt aktuell nur eine Zulassung für Booster-Impfungen. Wir werden diesen jedoch „off label“ nach entsprechender Aufklärung auch zur Grundimmunisierung nutzen, da in keinster Weise mit einer schlechteren Wirksamkeit zu rechnen ist – im Gegenteil. Entsprechende Studien sind aber natürlich in erster Linie für Booster-Impfungen erfolgt, da es inzwischen kaum noch möglich ist, überhaupt genügend ungeimpfte PatientInnen für eine Zulassungsstudie zu rekrutieren.

Link zur Corona-Impfseite des Robert-Koch Instituts

Aktuelle SIKO-Empfehlung (25.08.2022)

Ablauf Impfterminvergabe und Impfung

  • Die Terminvergabe erfolgt mittels Onlinebuchung, telefonisch oder persönlich in der Praxis.
  • Wir verimpfen momentan nur Biontech. Die Bestellung anderer Impfstoffe müssen wir von der Nachfrage abhängig machen. Beachten Sie, dass Erst- und Zweitimpfungen noch nicht mit den neuen Omikron-Impfstoffen erfolgen können, da diese hierfür keine Zulassung haben.
  • Kinder ab 12 Jahren werden geimpft, sofern Eltern und Kind dies wünschen. Für Impfungen von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren möchten wir auf die Kinderarztpraxen bzw. das Sana Klinikum verweisen, da wir hier einfach nicht genügend Kinder dieser Altergruppe behandeln, um die erforderliche Anzahl von 10 zu verimpfenden Dosen pro Impfstoff-Fläschen zu sammeln.
  • Die Impfungen von Schwangeren wird ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel (optimal 15. bis 24. SSW) ausdrücklich empfohlen, da werdende Mütter ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. Auch eine Impfung während der Stillzeit ist möglich.
  • Akutell empfiehlt die Sächsische Impfkommission den Moderna-Impfstoff nicht an Personen unter 30 Jahren zu verabreichen, da in dieser Gruppe (insbesondere bei Männern) eine etwas erhöhte Rate der (trotzdem sehr seltenen) Herzmuskelentzündungen beobachtet wurde.
  • Erstimpfung:
    • Impfdokumente zu Hause auszudrucken, aufmerksam lesen, ausfüllen und unterschreiben. Für Ausdrucke in der Praxis erheben wir eine Gebühr von 1 €. Versand per E-Mail ist möglich.
    • Am Tag der Erstimpfung erfolgt Prüfung der Vollständigkeit aller Impfunterlagen am Tresen (Impfausweis, Impfdokumente, ggf. Chipkarte), danach kurzes ärztliches Gespräch zur Klärung offener Fragen, Impfung, 15 Minuten Nachbeobachtung (30 Minuten bei relevanten Allergien).
  • Zweitimpfungen:
    • lediglich Impfausweis erforderlich. Erneutes ärztliches Gespräch nur auf ausdrücklichen Wunsch oder nach Problemen bei Erstimpfung
  • Boosterimpfungen: (d.h. Drittimfpungen oder Viertimpfungen)
    • nur Impfausweis erforderlich, falls wenigstens eine der vorhergehenden Impfungen mit Biontech oder Moderna erfolgt ist
    • nach Grundimmunisierung ausschließlich mit Vektorimpfstoffen (1x Johnson oder 2x AstraZeneca) bitte vollständig ausgefüllte mRNA-Impfdokumente mitbringen (s. oben unter Impfaufklärung)

Impfabstände

Booster-Impfungen/ Heterologes = gekreuztes Impfschema/ Moderna

  • Booster-Impfungen erfolgen ausschließlich mit mRNA-Impfstoffen (Biontech oder Moderna)
  • Personen, welche mit Biontech grundimmunisiert wurden, können bedenkenlos mit Moderna beboostert werden und umgekehrt (gekreuztes Impfschema). Die sächsische Impfkommission bestätigt, dass bei einem Wechsel des mRNA-Impfstoffes bei der Booster-Impfung eine mindestens gleichwertige Immunantwort erzielt wird.
  • Eine Verabreichung von Moderna an Personen unter 30 Jahren wird aufgrund der leicht erhöhten Rate von (sehr seltenen) Herzmuskelentzündungen in dieser Altersgruppe von der Sächsischen Impfkommission nicht empfohlen
  • Uns fehlen die Kapazitäten, jeden Patienten, welcher eine gekreuzte Boosterung erhält , ausführlich im Vorfeld der Impfung zu beraten. Bei Booster-Impfungen bin ich als Ärtzin normalerweise nicht im selben Raum anwesend. Eventuelle Fragen klären Sie bitte im Vorfeld telefonisch (d.h. Sie melden Beratungsbedarf an, ich rufe zurück).

Kombination der Corona-Impfung mit anderen Impfstoffen

Eine Kombination der Corona-Impfung mit anderen Impfungen inkl. Grippe kann erfolgen. Inzwischen liegen genug Daten vor, die nahelegen, dass weder eine nennenswerte Verstärkung von Nebenwirkungen noch eine Gefährdung des Impferfolges zu erwarten ist.

Impfreaktionen

  • Impfreaktionen (Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit, Schmerzen an der Einsstichstelle und in der Achselhöhle…) treten bei mRNA-Impfstoffen relativ häufig auf. Sie zeigen an, dass der Körper seine Abwehrkräfte mobilisiert. Je jünger Sie sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Impfreaktionen, da die Immunantwort noch stärker ist, als bei alten Menschen.
  • Nach der Impfung nicht überanstrengen, Schmerz- und Fiebermittel nur, wenn wirklich nötig und mit mehreren Stunden Abstand zur Impfung (Wenden Sie im Bedarfsfall etwas an, das Sie erfahrungsgemäß gut vertragen. Möglich wären z.B. Paracetamol, Ibuprofen, Novamin oder Diclofenac)
  • Ggf. Safevac-App des Paul-Ehrlich Instituts laden (geht nur bis 48h nach Impfung), Infos hier
  • Falls Anzeichen einer Allergie nach Erstimpfung auftreten, bitte unbedingt Mitteilung an uns. In diesem Fall kann die Zweitimpfung nicht bei uns in der Praxis erfolgen
  • Sollte der Verdacht auf eine ungewöhnlich starke Impfreaktion oder gar eine Impfkomplikation bestehen, melden Sie uns das bitte. In solchen Fällen kann durchaus eine Meldung an das Gesundheitsamt und das Paul-Ehrlich-Institut sinnvoll sein.

Wie funktioniert eine mRNA-Impfung –> Schauen Sie mal hier

JETZT Impfen – NICHT Warten (Achtung der Text stammt noch von 2021 und wird nicht aktualisiert)

Ich empfehle die Impfung gegen COVID-19 ausdrücklich. Das gesamte Praxisteam ist geimpft und geboostert.

Leider höre ich von meinen Patientinnen und Patienten immer wieder, dass Sie mit der Impfung „noch warten“ wollen. Wenn ich ganz ehrlich bin, seufze ich dann in mich hinein, weil ich diese Strategie als wenig sinnvoll erachte. Vor allem frage ich mich, worauf denn eigentlich immer gewartet wird. Meistens gibt es auf diese Frage gar keine konkrete Antwort. Die Ängste sind diffus, wenig faktenbasiert und irrational. Langzeitfolgen nach Impfungen (d.h. Schäden, welche sich erst nach Monaten oder gar Jahren zeigen) sind ein Schreckgespenst, dass der Wissenschaft gänzlich unbekannt ist. Da die mRNA der Impfstoffe innerhalb kurzer Zeit abgebaut wird, gibt es keinerlei Grund zu der Annahme, dass dies bei den aktuellen Corona-Impfstoffen anders sein könnte. Bei annähernd mehreren Milliarden verimpften Dosen (aller Corona-Impfstoffe) weltweit könnte es kaum eine bessere Datenbasis geben.

NICHT WARTEN!! Jetzt kommt es drauf an! Ich will niemanden „überreden“, aber lassen Sie sich doch wenigstens ergebnisoffen beraten. Dafür bin ich da! Dafür gibt es uns Hausärzte, nicht YouTube, nicht den Bekanntenkreis, wo sich auch keiner Impfen lässt. Je länger wir in Sachsen mit der schlechtesten Impfquote in ganz Deutschland aufwarten, um so größer die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung neuer Mutationen und um so mehr Verlust an Impfschutz haben wir selbst in der zweifach immunisierten Bevölkerung. Dieses Virus geht NIE wieder weg. Es wird sich weiter verbreiten – ja auch unter den Geimpften – denn das Ziel ist nicht, alle Erkrankungen und Ansteckungen zu verhindern. Das Ziel ist, dass möglichst wenige Leute sterben. Das Ziel ist, in den Krankenhäusern ausreichende Kapazitäten zu erhalten, um andere schlimme Dinge zu behandeln, zu operieren und anschließend auf Intensivstationen zu überwachen. Das Ziel ist, dass sich unsere Immunsysteme an das neue Virus adaptieren und SARS-CoV-2 früher oder später zu einem Erkältungsvirus von vielen wird. Es wird die meisten von uns mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal treffen. Mit Impfung sind wir besser vorbereitet.

Ein weiterer Einwand gegen die Coronaimpfung klingt in etwa so: „Aber Frau Doktor, ich ernähre mich doch so gesund, bin viel an der frischen Luft und hatte auch noch nie die Grippe“. Es ist ja auch wirklich löblich, wenn Sie auf Ihren Körper achten und erfreulich, wenn Sie gesund sind. Sicher erhöht das die Chancen ein Corona-Infektion ohne größere Probleme zu überstehen. Überwiegen deshalb Impfrisiken die Infektionsrisiken? Nein! Kann man sicher vorhersehen, dass ihr Immunsystem dieses unbekannte Virus problemlos eliminiert? Natürlich nicht. Die Argumentation, man lasse sich nicht impfen, weil man die Erkrankung noch nie hatte, ist ein absolutes Paradoxon. Wer von Ihnen hatte denn schon mal Wundstarrkrampf?

Schauen Sie sich zur realistischen Einschätzung von Impfrisiken gegenüber Infektionsrisiken noch einmal diese Graphik an. Versuchen Sie die Wahrscheinlichkeiten abzuwägen. Wir alle fliegen in den Urlaub. Wir setzen uns mit hunderten anderen Menschen in eine Blechbüchse, die bei einem technischen Defekt oder menschlichem Versagen tausende Meter in die Tiefe stürzt. Aber davon lassen wir uns doch nicht abschrecken, weil es so unwahrscheinlich ist.

Das Prinzip der mRNA-Impfstoffe ist übrigens gar nicht so neu, wie man meint, sondern wird seit über 25 Jahren beforscht (und findet seit Millionen von Jahren in der Natur selbst bei natürlich ablaufenden Virusinfektionen Anwendung). Die schnelle Zulassung der Coronavirusimpfstoffe war möglich, durch den Einsatz des sog. „Rolling Review“ Verfahrens. In der Impfstoff- und Medikamentenentwicklung bedeutet das, dass mit der Bewertung von Forschungs-Datenpaketen durch die Zulassungsbehörden bereits begonnen wird, bevor alle erforderlichen Daten für einen Zulassungsantrag erhoben worden sind. Dadurch wird der Zulassungsprozess beschleunigt. Dennoch kann der formelle Zulassungsantrag erst gestellt werden, sobald alle erforderlichen Daten vorliegen. Ein solches Verfahren ist u.a. möglich für Arzneimittel, die dringend benötigt werden im Kampf gegen eine gesundheitliche Bedrohung der Öffentlichkeit. Trotz Beschleunigung bleiben die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit der betreffenden Arzneimittel unverändert hoch.